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FAQ
Häufige Fragen zur Naturfotografie
Viele Fragen erreichen uns immer wieder per E-Mail oder über die Kommentare auf unseren Social-Media-Kanälen.
Die wichtigsten davon haben wir in dieser Rubrik übersichtlich für dich zusammengefasst. Da regelmäßig neue Themen und Fragen hinzukommen, erweitern wir den Bereich fortlaufend.

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Häufige Fragen zur Naturfotografie
Naturfotografie verbindet technisches Wissen mit Geduld, Beobachtung und einem respektvollen Umgang mit der Natur. In unseren FAQ findest du kompakte Antworten auf wichtige Fragen rund um Ausrüstung, Kameraeinstellungen, Bildgestaltung, Tierwohl und Naturschutz. So erhältst du eine schnelle Orientierung – ganz gleich, ob du gerade erst beginnst oder deine Kenntnisse vertiefen möchtest.
Grundlagen der Naturfotografie
Was versteht man unter Naturfotografie?
Naturfotografie beschäftigt sich mit der fotografischen Darstellung von Tieren, Pflanzen, Landschaften und natürlichen Erscheinungen. Dabei geht es nicht nur um Dokumentation, sondern auch darum, die Schönheit, Vielfalt und besondere Atmosphäre der Natur sichtbar zu machen.
Brauche ich als Einsteiger sofort eine teure Ausrüstung?
Nein. Auch mit einer Einsteigerkamera, einem vorhandenen Zoomobjektiv oder einem Smartphone kannst du Pflanzen, Landschaften und größere Tiere fotografieren. Kenntnisse über Licht, Verhalten und Bildgestaltung wirken sich häufig stärker auf das Ergebnis aus als eine besonders kostspielige Kamera.
Wann ist das beste Licht für Naturfotos?
Die Zeit kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang bietet häufig warmes, flaches und atmosphärisches Licht. Bewölkte Tage erzeugen dagegen weiches Licht und eignen sich besonders für Wald-, Pflanzen- und Makroaufnahmen. Auch Regen, Nebel und Gegenlicht können ausdrucksstarke Naturbilder ermöglichen.
Muss ich für gute Naturfotos früh aufstehen?
Nicht grundsätzlich, aber der frühe Morgen bietet viele Vorteile. Das Licht ist häufig weich, die Luft ruhiger und die Natur vielerorts weniger stark besucht. Außerdem sind zahlreiche Tierarten in den Morgenstunden besonders aktiv.
Brauche ich in der Naturfotografie ein Stativ?
Ein Stativ ist bei Landschaften, langen Belichtungszeiten, schwachem Licht und ruhigen Makromotiven sehr hilfreich. Bei bewegten Tieren kann ein Einbeinstativ, ein Bohnensack oder das Fotografieren aus der freien Hand flexibler sein.
Kamera, Objektive und Einstellungen
Welche Kamera eignet sich für die Naturfotografie?
Grundsätzlich kannst du mit fast jeder Kamera Natur fotografieren. Wichtiger als die Kameramarke sind eine zuverlässige und intuitive Bedienung, ein passendes Objektiv und die Möglichkeit, Blende, Belichtungszeit und ISO gezielt einzustellen. Für schnelle Tiere sind ein guter Autofokus und eine hohe Serienbildgeschwindigkeit hilfreich.
Welches Objektiv brauche ich für die Naturfotografie?
Das hängt vom Motiv ab. Weitwinkelobjektive eignen sich für Landschaften und Tiere in ihrem Lebensraum, Teleobjektive für entfernte Tiere und Makroobjektive für Pflanzen, Pilze und kleine Lebewesen. Ein Zoomobjektiv ist besonders flexibel, wenn du unterschiedliche Motive fotografieren möchtest. Allrounder für die Wildtier- bzw. Vogelfotografie sind Zooms mit einem Brennweitenbereich von ca. 150 – 600 mm oder 200 – 800 mm.
Welche Brennweite ist für die Tier- und Vogelfotografie sinnvoll?
Für größere oder wenig scheue Tiere können 200 bis 400 Millimeter ausreichen. Bei kleinen oder weit entfernten Vögeln sind 500 bis 800 Millimeter oft hilfreich. Lange Brennweiten ermöglichen zudem einen größeren und respektvollen Aufnahmeabstand.
Welche Brennweite eignet sich für Landschaftsfotografie?
Häufig werden Weitwinkelbrennweiten verwendet, weil sie große Landschaftsausschnitte erfassen. Teleobjektive können jedoch ebenso spannend sein, da sie einzelne Landschaftsdetails hervorheben und räumliche Ebenen optisch verdichten.
Was bedeuten Blende, Belichtungszeit und ISO?
Die Blende beeinflusst die Lichtmenge und die Schärfentiefe. Die Belichtungszeit bestimmt, ob Bewegungen scharf oder verwischt erscheinen. Der ISO-Wert beeinflusst die Lichtempfindlichkeit beziehungsweise die Signalverstärkung der Kamera. Gemeinsam bilden diese Einstellungen das Belichtungsdreieck.
Welche Belichtungszeit brauche ich für Tiere und Vögel?
Für ruhende Tiere reichen häufig moderate Belichtungszeiten von 1/500 Sekunde. Bei laufenden Tieren oder fliegenden Vögeln sind oft etwa 1/1000 Sekunde oder deutlich kürzere Zeiten erforderlich. Die passende Einstellung hängt von Bewegungsgeschwindigkeit, Brennweite, Entfernung und gewünschter Bildwirkung ab.
Welcher Autofokus eignet sich für bewegte Tiere?
Für bewegte Motive solltest du den kontinuierlichen Autofokus verwenden. Je nach Hersteller heißt er beispielsweise AF-C oder AI Servo. Eine Tier- oder Augenerkennung kann die Trefferquote erhöhen, sollte aber regelmäßig kontrolliert werden.
Sollte ich Naturfotos im RAW- oder JPEG-Format aufnehmen?
RAW-Dateien bieten mehr Reserven für die Bearbeitung von Belichtung, Weißabgleich, Schatten und Lichtern. JPEG-Dateien benötigen weniger Speicherplatz und sind sofort verwendbar. Viele Kameras können beide Formate gleichzeitig speichern.
Bildgestaltung und Bildbearbeitung
Wie bekomme ich den Hintergrund schön unscharf?
Ein unscharfer Hintergrund entsteht durch eine offene Blende, eine längere Brennweite, einen geringen Abstand zum Motiv und einen möglichst großen Abstand zwischen Motiv und Hintergrund. Entscheidend ist, dass sich das Hauptmotiv deutlich von seiner Umgebung abhebt.
Wie gestalte ich ein interessantes Naturfoto?
Achte auf einen klaren Bildaufbau, einen ruhigen Hintergrund und eine bewusste Positionierung des Hauptmotivs. Linien, Formen, Vordergründe, Spiegelungen und natürliche Rahmen können den Blick lenken. Regeln wie der Goldene Schnitt oder die Drittelregel bieten Orientierung, müssen aber nicht starr eingehalten werden.
Sollte ein Tier das gesamte Bild ausfüllen?
Nicht immer. Ein enges Porträt zeigt Details und Charakter, während eine weitere Aufnahme den Lebensraum und die Beziehung des Tieres zu seiner Umgebung sichtbar macht. Häufig erzählt ein Tier in einer gut gestalteten Landschaft die interessantere Geschichte.
Wie stark darf ein Naturfoto bearbeitet werden?
Helligkeit, Kontrast, Farbe, Schärfe und Bildausschnitt dürfen grundsätzlich angepasst werden. Werden Tiere, Pflanzen oder wesentliche Bildbestandteile entfernt, hinzugefügt oder stark verändert, sollte dies transparent gekennzeichnet werden – besonders bei dokumentarischen Aufnahmen, Wettbewerben und journalistischen Veröffentlichungen.
Tierwohl, Naturschutz und rechtliche Regeln
Was ist die wichtigste Regel bei der Naturfotografie?
Das Wohlergehen der Natur steht immer über dem Foto. Tiere dürfen nicht bedrängt, verfolgt oder absichtlich aufgescheucht werden. Sobald ein Tier sein Verhalten wegen deiner Anwesenheit verändert, solltest du den Abstand vergrößern oder dich zurückziehen.
Darf ich Tiere für ein besseres Foto stören?
Nein! Wild lebende Tiere dürfen nicht mutwillig beunruhigt werden. Für besonders geschützte Arten gelten zusätzliche Vorschriften, beispielsweise während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten.
Darf ich Vogelnester und Jungtiere fotografieren?
Aufnahmen an Nestern sind besonders kritisch. Zu geringe Abstände können Altvögel vom Füttern abhalten, den Standort für Fressfeinde sichtbar machen oder zum Verlassen der Brut führen. Nestaufnahmen solltest du deshalb grundsätzlich vermeiden oder nur unter fachkundigen und genehmigten Bedingungen anfertigen.
Wie nähere ich mich Wildtieren richtig?
Bewege dich langsam, ruhig und möglichst nicht direkt auf das Tier zu. Nutze vorhandene Deckung, bleibe auf erlaubten Wegen und beobachte die Körpersprache. Häufig ist es besser, an einem geeigneten Ort ruhig zu warten, bis sich das Tier von selbst nähert.
Woran erkenne ich, dass sich ein Tier gestört fühlt?
Warnrufe, hektische Bewegungen, aufmerksames Fixieren, die Unterbrechung der Nahrungssuche oder wiederholtes Auffliegen sind deutliche Warnzeichen. Auch wenn ein Tier scheinbar ruhig liegen bleibt, kann es bereits unter Stress stehen. Vergrößere im Zweifel sofort den Abstand.
Darf ich Geräusche oder Futter einsetzen, um Tiere anzulocken?
Das Abspielen von Rufen und das Anlocken mit Futter können Tiere in ihrem natürlichen Verhalten beeinflussen. Besonders während der Brut- und Aufzuchtzeit solltest du darauf verzichten. Auch außerhalb dieser Zeiten sind Schutzbestimmungen, Hygiene, Tiergesundheit und örtliche Regelungen zu beachten.
Darf ich Schutzgebiete für ein Foto verlassen oder Absperrungen übertreten?
Nein. Wegegebote, Betretungsverbote und Absperrungen dienen dem Schutz empfindlicher Lebensräume und störungssensibler Tiere. Beobachtungshütten, Plattformen und Aussichtstürme bieten häufig gute fotografische Möglichkeiten, ohne geschützte Bereiche zu betreten.
Darf ich den Standort seltener Tiere veröffentlichen?
Bei seltenen, störungsempfindlichen oder brütenden Arten solltest du auf genaue Standortangaben verzichten. Auch Geodaten in Bilddateien können sensible Informationen enthalten. Eine allgemeine Regionsangabe ist häufig ausreichend und schützt das Tier vor zusätzlichem Besucherdruck.
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